„Antanzen in Tonsurinam“ dadaistische Bilder und Texte von Harald Vincent

Kunst im Quartier

Ausstellungseröffnung

Der Spiel- und Theaterpädagoge Harald Vincent beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Dadaismus. Der gebürtige Hannoveraner behauptet von Kurt Schwitters und Niki de Saint Phalle beeinflusst zu sein. Vor zehn Jahren gründete er die Künstlergruppe “ schwarze Rose“, die seit 2012 aber inzwischen“ HaNoVa- Forum für Begegnungen“ heißt. Er arbeitete einige Jahre in einem Programmkino und bei einem freien Radiosender, außerdem als Nachhilfelehrer, Dekorateur, Sozialarbeiter, Auktionator, Moderator. Seit 1993 inszeniert er als Regisseur für die von ihm gegründete Theatergruppe ANTARES absurde Tragikomödien. Seine künstlerischen Vorbilder sind außer Schwitters und St-Phalle auch Paul Klee, Peter Zadek, Haruki Murakami,Peter Greenaway und Marina Abramovic. Seit 2013 lebt und arbeitet er in Hannover-Hainholz….

Dienstag, 06.02.2018, 18 Uhr

Themenwoche „Kriegskinder“: Gesprächskreis für Kinder und Enkelkinder

win e.V. lädt Angehörige von ehemaligen Kriegskindern des 2. Weltkriegs zum Gesprächskreis ein. Thema: Wie umgehen mit den verschütteten Kriegserinnerungen von Eltern und Großeltern, auch vor dem
Hintergrund von Demenz?

Der Gesprächskreis wird moderiert von Expertin Waltraud Schönhoff.

Freitag, den 23.02.2018 15 Uhr, Quartierstreff Wiesenau

Themenwoche „Kriegskinder“: Zahlen, Daten, Fakten im Stadtarchiv

Die Stadtarchivarin und Leiterin des Langenhagener Stadtarchivs Dr. Heike Brück- Winkelmann wartet mit Zahlen, Daten und Fakten zum Thema auf. Wie war die Situation in der Kriegszeit und danach in Langenhagen? Ein geschichtlicher Abriss über die Langenhagener Geschichte mit Blick auf den Menschen.

Dienstag, den 20.02.2018, 17 Uhr im Stadtarchiv Langenhagen

Themenwoche Kriegskinder: Erzählcafé mit HAZ- Redaktuer Simon Benne

Der Seniorenbeirat der Stadt Langenhagen und Studentinnen der Hochschule Hannover laden zum Erzählcafé für Kriegskinder des 2. Weltkrieges ins MGH ein. Simon Benne, HAZ-Redakteur, Historiker und Buchautor, wird über Schicksale der Vertriebenen sprechen. Betroffene haben die Möglichkeit sich auszutauschen und Erlebtes zu verstehen.

Mittwoch, den 21.02.2018, 15 Uhr, Mehrgenerationen- Haus Langenhagen

Themenwoche „Kriegskinder“ – Wie umgehen mit Erlebnissen aus dem 2. Weltkrieg?

Keine andere Katastrophe hat sich so in unser Gedächtnis eingeprägtwie der 2. Weltkrieg. Nicht nur die damaligen Kriegskinder, von denen viele noch heute in unserer Mitte leben, werden von Erinnerungen an

Leid und Tod, Flucht und Vertreibung, Verlust und Angst ein Leben lang begleitet. Auch ihre Kinder und Enkel müssen mit den Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern leben und umgehen. Dieser besonderen

Herausforderung haben wir unsere Themenwoche gewidmet. Wir möchten den Menschen begegnen, ihnen zuhören und mit ihnen über ihre Erlebnisse, Erinnerungen und Empfindungen ins Gespräch kommen. Denn die Aufarbeitung mit dem Thema „Krieg“, abseits der geschichtlichen Aufarbeitung, ist für uns alle wichtig – auch für Kinder und Enkel der Kriegskinder, die ebenfalls herzlich eingeladen sind, sich mit uns auf das Thema einzulassen.

Themenwoche „Kriegskinder” 19. – 23. Februar 2018 an verschiedenen Orten in Langenhagen

Ein Gemeinschaftsprojekt von win e.V., Seniorenbeirat, Hospizverein,

Stadtarchiv und Stadtbibliothek Langenhagen dem Mehr-Generationen-Haus Lhg.

sowie der Buchhandlung Böhnert

Und hier geht es zum Flyer:

win-Flyer-Kriegskinder-WEB

 

Hundeaktionstag in Wiesenau lädt ein zum gemeinsamen Bellen!

Ob groß oder klein, mit einer langen Mähne oder mit Kurzhaarfrisur, quirlig und wild oder gelassen und gemütlich – der beste Freund  des Menschen ist und bleibt der Hund. Rund 8,6 Millionen davon leben bei ihren Frauchen und Herrchen in ganz Deutschland. Auch in Wiesenau gibt es zahlreiche vierbeinige Nachbarn mit einer kalten Schnauze. Grund genug, diesen treuen Begleitern einen eignen
Aktionstag in unserem Viertel zu widmen!

Seien Sie als Hundebesitzerin und Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern oder als Nachbarin und Nachbar mit dabei!
Am Samstag, den 10. 02. 2018, von 10 Uhr bis 13 Uhr laden wir alle Wiesenauer Hunde und Hündinnen sowie Frauchen und Herrchen ein, gemeinsam ein paar abwechslungsreiche Stunden auf dem Quartiersplatz vor dem Quartierstreff zu verbringen.

Programm:

→ Spielaktionen für Vierbeiner
Eine professionelle Hundetrainerin wird
sich vor Ort mit den Tieren beschäftigen
und für Spiel, Spaß und Spannung
sorgen – nicht nur bei den Vierbeinern!
→ Dog Dates
Kennen Sie bereits alle Hundehalterinnen
und Hundehalter in Wiesenau?
Wenn nicht, dann lernen Sie sich kennen!
Schließen Sie Kontakt mit anderen
Frauchen und Herrchen und verabreden
Sie sich zum gemeinsamen Spazierengehen,
zum Hundesitten oder einfach
zum Austausch zum Thema Hund & Co.
→ Quartiersspaziergang
Wir zeigen Ihnen auf einem Spaziergang
durch Wiesenau, wo die neuen Hundetütchenspender
aufgestellt wurden
und wo sich die nächsten Mülleimer zur
Entsorgung der Hinterlassenschaften
befinden.
PS: Für einen kleinen Imbiss ist natürlich
auch gesorgt.

Die letzte Umfrage unter den Bewohnerinnen und Bewohnern Wiesenaus brachte es an den Tag: In Sachen Hundekot bleibt die Sauberkeit ganz schön auf der Strecke! Deshalb haben wir reagiert: An 5 Stellen in Wiesenau sind ab sofort so genannte Hundetütchenspender zu finden. Hier gibt es die Tütchen zum Aufsammeln und Entsorgen der Hinterlassenschaften von Hund und Hündin kostenlos zum Mitnehmen.
Darüber hinaus wurden zahlreiche neue Mülleimer aufgestellt, um die schnelle Entsorgung der Kotbeutel zu ermöglichen. Schließlich trägt keiner gerne den Haufen seines Vierbeiners mit sich – so sehr er sein
Tier auch liebt!

Auch der Hundeaktionstag sowie der Quartiersspaziergang finden im Rahmen des Projektes „Sauberes Wiesenau“ statt. Gemeinsam wollen wir mit allen Bürgerinnen
und Bürgern dafür sorgen, dass unser Viertel sauberer wird und so dauerhaft lebenswert bleibt.
Machen Sie mit!

Übrigens: Auch die Kinder im Quartierstreff Wiesenau machen jetzt zahlreiche Haufen.
Aber keine Angst, die bestehen nur aus Wasser, Mehl, Watte und Kaffeesatz und werden im Ofen gebacken. Anschließend verteilen die Kinder diese Scherzhundehaufen im Viertel. Wenn Sie einen solchen
„Hundehaufen“ finden, bringen Sie ihn am Hundeaktionstag vorbei und nehmen Sie eine kleine Überraschung dafür entgegen!

Hier sind alle Infos zu finden:

win-Flyer-HundeTag-WEB

 

Und die Übersicht, wo die Tütchenstationen zu finden sind:

Aushang-HundeAktionstag-KARTE-WEB

 

 

 

 

Frühstückstreff im Februar!

Jeden Freitag findet im Quartierstreff Wiesenau der Frühstückstreff statt. Von 8:30- 10:30 Uhr gibt es leckere Frühstückssachen, Kaffee und Co, nette Gesellschaft, Plaudereien und Schmökereien in der Zeitung. Außerdem wird das Programm durch Vorträge und Informationen ergänzt. Diese finden dann von 9:30- 10:30 Uhr statt. Folgende Programmpunkte sind für Februar geplant:

02.02.2018 Vortrag von der Verbraucherzentrale Niedersachsen „Für immer jung mit Pillen und Co.?“ Halten uns die Wundermittel wirklich ewig jung und gesund? Die Verbraucherzentrale bringt Licht ins Dunkel.

09.02.2018 „Wahl des Seniorenbeirates in Langenhagen – wie werde ich Kandidatin oder Kandidat und was sind dann meine Aufgaben?“ Die Vorsitzende Christa Röder informiert über die Wahl des neuen Seniorenbeirates in Langenhagen

16.02.2018 Die Alltagsbegleiter/ Seniorenbegleiter stellen sich vor! Was ist Alltags- und Seniorenbegleitung und wer kann mitmachen? Die Begleiter verschenken Zeit und bieten Unterstützung für Menschen, die sie benötigen. Gerade ältere Menschen, die alleine leben, wünschen sich oft Austausch oder Alltagshilfe. An diesem Tag informieren die Alltagsbegleiter über die Möglichkeiten.

23.02.2018 Heute kein Programm!

 

Für die Teilnahme ist keine Anmledung erforderlich. Der Frühstückstreff freut sich über eine Spenden von 2,50€ für das Frühstück.

Frühstück und Kunst

Am Freitag, den 26.01.2018 lädt der Quartierstreff Wiesenau zum Frühstück und zum Kunstausflug ein. Los geht es um 8:30 Uhr. Wie jeden Freitag wird im Quartierstreff in der Freiligrathstr. 11 gemeinsam gegessen und geplaudert oder Zeitung gelesen. Um 10:30 Uhr machen sich dann die, die Interesse an Kunst haben auf den Weg in den Kunstverein in die Walsroder Str.. Dort wartet bereits Martin Giesecke- Ehlers, der für den Kunstverein Führungen für Menschen mit Lebenserfahrung anbietet. Um 11 Uhr startet die Führung durch die aktuelle Ausstellung „aroundabout Jack Jaeger“. Gegen 12:30 Uhr wird sich die Gruppe dann wieder auf den Weg zurück nach Wiesenau machen. Für die Fahrt steht ein Kleinbus zur Verfügung.

Interessierte können einfach zum Quartierstreff kommen und dabei sein. Der Beitrag ist kostenfrei, für das Frühstück wird eine Spende von 2,50€ erwünscht.

Workshop zum Grün- und Freiflächenkonzept am 25. Januar

 

Die öffentliche Sitzung beginnt um 18.00 Uhr im Foyer der Adolf-Reichwein-Schule

 

Verschiedene Beteiligungsverfahren, die im vergangenen Jahr in Wiesenau durchgeführt wurden, sind ausgewertet. Die Ergebnisse sollen in einem öffentlichen Workshop zum Grün- und Freiflächenkonzept am Donnerstag, 25. Januar, um 18.00 Uhr in der Adolf-Reichwein-Schule vorgestellt und diskutiert werden.

In den vergangenen Monaten haben sich viele Akteure mit den Fragen der Nutzung, exemplarischen Umgestaltung und Verbesserung von Aufenthaltsflächen in Wiesenau beschäftigt. Denn Grün- und Freiflächen sind wichtig für das Wohlfühlen und die Bewertung von Lebensqualität – insbesondere in Wohngebieten. Im Sanierungsgebiet „Soziale Stadt – Wiesenau“ gibt es viele unterschiedliche Grün- und Freiflächen, manche sind privat. Nach Auswertung der Beteiligungsergebnisse der Freiraumsafari im Sommer, Hausbesuche im Herbst 2017, punktuelle Maßnahmen in Wiesenau und im Gespräch mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers wurden Ideen und Anregungen entwickelt, wie die Freiraumsituation in Wiesenau künftig noch attraktiver gestaltet werden kann.

In dem Workshop zum Grün- und Freiflächenkonzept am 25. Januar soll unter anderem das sogenannte Baukastensystem dargestellt werden, mithilfe dessen private Gärten, Aufenthaltsflächen und das Stadtbild gestaltet werden kann. Während der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, weitere Anregungen und Meinungen in die Planung einzubringen, zum Beispiel zu den Themen neue Qualitäten für das Regenrückhaltebecken und den Bolzplatz, Möglichkeiten Privater an einer Mitwirkung zu einem „grünen Wiesenau“ oder Überlegungen zu kennzeichnenden Gestaltungsmerkmalen an den Quartierseingängen.

Ziel der Veranstaltung ist es unter anderem, weitere Interessierte aus dem Quartier zu finden, die Lust haben, an der weiteren Konkretisierung und Umsetzung von entsprechenden Projekten mitzuwirken und die die Entwicklung Wiesenaus zu einem durchgrünten, attraktiven Wohnquartier ein Stück des Weges begleiten wollen.

Dazu möchten Stadt und Verwaltung die Möglichkeit des Sanierungsprogrammes Soziale Stadt Wiesenau nutzen. Alle Grundstückseigentümer und Anwohner sowie interessierte Stadtteilbewohner sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und sich an dem Entwicklungsprozess aktiv zu beteiligen.

Plakat_Grün-+Freiflächenkonzept_Workshop

Autorin Sabine Bode zu Gast im Quartierstreff – Abgesagt!!!!!

Aufgrund einer Erkrankung der Autorin muss die Lesung leider abgesagt werden!

Sabine Bodes Bücher über Kriegskinder helfen Kindern, ihre Eltern zu verstehen und erobern die Bestsellerlisten.

Als Sabine Bode im Jahr 1995 auf die Idee kam, sich mit dem Thema Kriegskindheit zu beschäftigen, gab es für Deutsche noch nicht die Generationsbezeichnung, die heute gebräuchlich ist: Kriegskinder. Ihr Buch „Die vergessene Generation“ erschien 2004. Und das Buch „Kriegsenkel“ über die Nachfolgen dieser Generation ist fast genauso erfolgreich. Die zahlreichen Briefe und E-Mails, die die Autorin erhält, sprechen von der Sehnsucht nach besseren Familienbeziehungen. Es wird deutlich, dass diese Bücher den Kindern helfen, die Eltern zu verstehen und umgekehrt und damit einen Beitrag zum Familienfrieden leisten können.

Nicht nur gemeinsame Freude – auch der Austausch über schwierige Themen bringt Menschen einander näher. Das Schweigen löst keine Probleme, sondern hält Menschen in ihrem Unglück gefangen.

Sabine Bode liest am Montag, den 19.02.2018 um 18 Uhr im Quartierstreff Wiesenau aus „Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“. Der Eintritt ist frei, win e.V. freut sich aber über Spenden.

Die Veranstaltung ist der Auftakt zu der Themenwoche „Kriegskinder“, ein Kooperationsprojekt verschiedener Langenhagener Institutionen.

 

Leseprobe
Einführung

Er habe zu lange geschwiegen, befand der Schriftsteller Günter Grass und lenkte in seiner Novelle „Im Krebsgang“ die Aufmerksamkeit auf die deutschen Opfer von Krieg und Vertreibung. Ein Zitat macht die Hintergründe seiner Sinneswandlung deutlich: Niemals, sagt er, hätte man über so viel Leid, nur weil die eigene Schuld übermächtig und bekennende Reue in all den Jahren vordringlich gewesen sei, schweigen, das gemiedene Thema denen rechts überlassen dürfen. Dieses Versäumnis sei bodenlos…

Anfang 2002 widmete „Der Spiegel“ dem Grass-Buch und vor allem der Vertreibung eine Titelgeschichte. Darin stand – was dem Tenor in fast allen großen Zeitungen entsprach -, daß über die Folgen der Nazizeit noch einmal gründlich nachgedacht werden müsse. Für mich war dies der Wendepunkt. Ich wußte: Jetzt ändert sich etwas. Jetzt kommt auch das Thema „deutsche Kriegskinder“ endlich an die Öffentlichkeit.

Es gibt also ein Vorher und ein Nachher bei meiner journalistischen Arbeit über die Kindergeneration. Seit dem Bosnien-Krieg in den neunziger Jahren, als im Fernsehen dem Leid der Kinder viel Zeit gewidmet wurde und gerade die Deutschen zu den großzügigsten Spendern zählten, beschäftigt mich die Frage: „Wie geht es eigentlich den deutschen Kriegskindern heute?“ Seitdem habe ich keine Gelegenheit ausgelassen, Angehörige dieser Generation danach zu fragen.

In den ersten Jahre verlief meine Spurensuche zäh. Die meisten Angesprochenen wehrten das Thema ab mit Sätzen wie „Andere haben es viel schlimmer gehabt“ oder „Es hat uns nicht geschadet“. So gut wie nie hörte ich jemanden über sein Schicksal klagen, und bis heute habe ich den Eindruck, daß entgegen der oft bei uns Deutschen festgestellten Neigung, sich als Opfer zu sehen, ausgerechnet die ehemaligen Kriegskinder in keiner Weise larmoyant sind. Ich fand sie in der Anfangszeit meiner Recherche vor allem einsilbig. Nur gelegentlich kam es zu längeren Gesprächen, und rückblickend kann ich meine Erfahrungen der ersten Jahre mit dem Satz zusammenfassen: Je mehr Menschen ich fragte, desto unklarer wurde das Bild. Nach meinen Interviews war ich oft ratlos, ich zweifelte an meiner Wahrnehmung und war körperlich sehr erschöpft. Wenn ich mit Freunden darüber sprach, hörte ich: „Was beschäftigst du dich auch mit so einem dunklen Thema…“

Aber daran allein konnte es nicht liegen. Ich habe Erfahrung mit schweren Themen – Nazizeit, Holocaust, psychische Erkrankungen, Kindstod – aber eine vergleichbar niederdrückende Stimmung und Konfusion hatte ich noch nicht erlebt.

Die Verwirrung ging schon damit los, daß es eine ganze Weile dauerte, bis ich begriff, daß es sich bei den Jahrgängen von 1930 bis 1945 in Wahrheit um mehrere Generationen handelt. Denn es macht einen großen Unterschied, in welchem Alter ein Kind diesem Krieg ausgeliefert war: ob als Säugling, als Kleinkind, oder ob vor oder nach der Pubertät.

Natürlich hätte ich auch eine andere Zeitspanne wählen können, zum Beispiel von 1928 bis 1950, aber ich entschied mich, vor allem um die Arbeit halbwegs überschaubar zu halten, für jene fünfzehn Jahrgänge, beginnend mit der Flakhelfergeneration, und am Ende jene Kinder, die auf der Flucht geboren wurden. Gerade diese Eckpunkte machen noch einmal deutlich, daß es nicht um eine, sondern um mehrere Generationen geht.

Und dennoch gibt es viele Ähnlichkeiten in den Aussagen über die Kriegszeit und die schweren Jahre danach. Zum Beispiel der Satz: Es war nie langweilig. Und: Was wir damals erlebt haben, war für uns normal. Soll heißen: Wir haben das, was der Krieg mit sich brachte, als normal empfunden, zumal es ja allen Familien ringsum genauso ging, und wir haben uns in unserem Alltag so wenig wie möglich vom Krieg stören lassen.

Nun ist ja bekannt, daß kleine Kinder auch extreme Lebensumstände hinnehmen, wie sie sind. Romanautoren haben sich davon immer wieder inspirieren lassen, daß solche Prägungen ihre eigene Dynamik entwickeln. Ein Kind, das in einem Bordell aufwächst, wird das als völlig normal empfinden, bis es mit den Normen der Außenwelt in Kontakt kommt. Wenn dann aus dem Kind ein reflektierender Erwachsener geworden ist, wird der ein Bewußtsein davon entwickeln, welche Spuren eine als normal empfundene Kindheit bei ihm hinterlassen hat.

Bei meinen Gesprächspartnern war das in der Regel anders. Die meisten lehnten es ab, sich mit der Frage zu befassen, wie sich der Krieg auf ihr weiteres Leben ausgewirkt haben könnte. Sie wollten von ihren Kindheitserinnerungen erzählen, die sie gern mit dem Satz einleiteten: „Wir haben in dieser Zeit auch viel Schönes erlebt.“

Selbst im nachhinein fehlte der Mehrzahl der Betroffenen das angemessene Gefühl für das, was sie an Schrecken erfahren hatte. Daß das Haus der Lieblingstante, in dem man so viel Schönes erlebt hatte, von Bomben komplett zerstört worden war, das erwähnte ein Mann nur beiläufig; bei mir kam es so an wie: nichts Besonderes, sowas hat man eben weggesteckt. Sprach ich meine Interviewpartner darauf an, dann stellte sich heraus, daß sie auch das Festhalten an eigentlich unpassenden Gefühlen heute noch „ganz normal“ fanden.